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Spannende Frauen im Spannungsfeld

Spannende Frauen im Spannungsfeld

An einem Novemberabend luden die FDP-Frauen des Bezirks Meilen und der Zürcher Kreisparteien 7+8 zum ersten Event einer geplanten Anlassreihe ein. 130 FDPler und Interessierte fanden sich im Löwen in Meilen ein, um sich mit folgendem Thema zu beschäftigen: «Frauen im Spannungsfeld von Karriere und Familie».

Auch viele Männer saßen im Publikum. Vielleicht jene, die von ihren berufstätigen Frauen geschickt wurden? Gelohnt hat sich die Podiumsdiskussion auf alle Fälle für beide Geschlechter. FDP Nationalrat Beat Walti moderierte die Gespräche mit Petra Gössi, FDP-Präsidentin Schweiz, und Carmen Walker-Späh, FDP Regierungsrätin, aus mit Patricia Widmer von der HSG, sowie drei weitere Unternehmerinnen, die über spannende Erlebnisse aus der Praxis berichteten.

Krankenschwester und Chef

Janine Meyerstein, CEO und Verwaltungsrätin von Autop, Stützliwösch und Meylenstein, sowie Mimi Mirja Richner Mollerus, CEO Maison Mollerus AG diskutierten über die Schwierigkeit Mutter und Chef gleichzeitig zu sein. «Am Morgenmit den Kindern noch Räbeliechtli schnitzen, um 10 Uhr das erste Meeting mit einem Kunden und am Abend dann noch ein Elternabend. Ich gebe zu, beim Elternabend hab ich mich auch schon vorzeitig hinausgestohlen», sagt Mollerus. Ist sie deswegen eine Rabenmutter? Sicher nicht! Eher eine, die versucht, zwischen Kinderkrippe, Kinderbetreuung und Chefetage auch mal Zeit für sich zu haben. Diese scheint aber bei berufstätigen Müttern sowieso sehr rar gesät zu sein.

Gemischte Teams sind erfolgreicher

Diese Sorgen kennt die Jüngste auf dem Podium noch nicht. Sunnie Groeneveld ist Gründerin und CEO des Beratungsunternehmens Inspire 925 und hat noch keine Kinder. Ihr fällt aber auf: «Gleich viele Frauen wie Männer absolvieren heutzutage ein Studium.» Und im Verlaufe der Zeit werden es immer weniger, die sie im Arbeitsalltag antrifft. Auch trifft sie in ihrem Bereich der Start-ups und Tech-Unternehmen viel weniger Frauen als Männer an. «Müssten sich Frauen besser vernetzen, um auf der Karriereleiter weiterzukommen?», fragt Beat Walti. «Ja», findet Walker-Späh und betont: «Aber nicht in reinen Frauenorganisationen, gemischte Teams sind erfolgreicher». In der Schweiz sind die Jobs noch nicht auf die gut ausgebildeten Müttern zugeschnitten. «Hier hinkt die Politik der Wirtschaft hinterher», so FDP-Regierungsrätin Carmen Walker Späh und fügt an: «ich frage mich, wie lange sich das die Schweizer Volkswirtschaft noch leisten kann?

»Das «Teilzeit»-Problem

Für mehr Flexibilität der Arbeitgeber plädiert auch Patricia Widmer. Sie leitet den Lehrgang «Woman Back to Business» an der Universität St. Gallen. Es gehe ja nicht immer um den Chefposten, aber eine Frau solle durchaus auch als Mutter eine Arbeit ausführen dürfen, die ihren Kompetenzen entspreche. Das «Teilzeit»-Problem haben aber genauso die Männer, auch sie sind von strikten Arbeitszeiten und Anwesenheitspflicht betroffen. «Man müsse diese Diskussion geschlechtsneutral führen», findet Widmer. Noch Stunden hätten sie weiterdiskutierten können. Das Thema der FDP Frauen hat offenbar den Zeitgeist getroffen.

Regula Wegmann

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